Nach Lage der Dinge

Beet oder Hochbeet?

Entscheidend ist: Wer kümmert sich? Welche Voraussetzungen bietet der Standort? Was will ich erreichen? Soll es „nur“ blühen oder will ich auch ernten? Wenn es darum geht, einen Ort grüner, vielfältiger und artenreicher zu gestalten, gibt es immer mehrere Lösungen. Das bodengebundene Beet ist in der Regel einfacher herzustellen und zu pflegen, je nach vorhandenem Nutzungsdruck aber auch anfälliger für Verunreinigungen. Soll Essbares kultiviert werden, empfiehlt sich auf das Hochbeet auszuweichen. Als mobile Einheit ist es auch geeignet, einen Eindruck zu vermitteln, was Grün am Standort bewirkt und ob sich eine Entsiegelungsmaßnahme anschließen sollte.

Oft lässt sich beides sinnvoll kombinieren und spricht unterschiedliche Zielgruppen an. Die meisten der innerstädtischen Beete, die wir mit Anwohnern zu kleinen und großen blühenden Oasen umbauen, befinden sich im Straßenraum, sind Brachflächen, langweilige Rasenflächen, unversiegelte Reststücke oder Spielflächen, die nicht mehr genutzt werden.

Hier finden Sie unsere Beete …

Unsere Projekte

Franklinbrücke

Doch noch ein gutes Ende

Lange Zeit war die Verkehrsinsel am Ende der Rethelstraße ein Stein des Anstoßes. Vermüllt, verbuscht, vergessen – wucherten dort Schmetterlingssträucher und Disteln. Unklare Zuständigkeiten und fehlende Finanzmittel verhinderten eine Entwicklung der Flächen bis man sich darauf einigte, dass die Stadt die Fläche herrichten und platzgrün! die Bepflanzung übernehmen sollte.

Absprachegemäß wurde eine mineralische Mulchschicht aufgebracht, um den Boden vor der Austrocknung durch extreme Sonneneinstrahlung zu schützen. Aber es wurde eine Pflanzung mit Hindernissen. Zum geplanten Starttermin lag plötzlich das Gleisbett der Rheinbahn auf der Fläche und nach Beendigung der Sanierung war der Mulch zusammengeschoben und der Boden verdichtet.

Es half alles nichts, die Pflanzen waren bestellt und die Einsatzkräfte standen parat, also ging’s los. Martin Holler hatte den Plan gemacht und die Pflanzen ausgelegt, als uns langsam schwante, dass das keine einfache Aufgabe sein würde. Die Schichtdicke des Mulches betrug teilweise bis zu 30 Zentimeter, andernorts war die Auflage nur 2 cm. Um mit der Gartenkralle arbeiten zu können und den Boden wenigstens ein bisschen aufzulockern, musste Mulch abtransportiert werden. Schubkarre um Schubkarre landete auf 4 Baumscheiben in der Rethelstraße, wo der Mulch nun seine positiven Eigenschaften entfaltet.

Die Mannschaft auf der Franklinbrücke war extrem gefordert, aber tapfer. Am Ende des Tages waren alle geschafft und gespannt, wie sich die Pflanzung entwickeln würde. Zu unserer größten Freude! Nach zwei Bewässerungen per Standrohr in den ersten 14 Tagen war keine weitere Intervention nötig. Es gab keine wesentlichen Ausfälle und der Blühzeitraum erstreckte sich weit in den November, ein paar Schafgarben trotzen sogar noch dem Januar. Dank Martins guter Planung ist die Franklinbrücke eine echte „Werbefläche“ für naturnahe Stadtbepflanzung geworden.

Rheinbabenstrasse

Vom guten Willen und der Tat

Oder von der Unmöglichkeit, alle Interessen unter einen Hut zu bringen. Die Rheinbabenstraße im Winter 2022: das kleine Wäldchen wird ausgelichtet, die meisten Großsträucher gerodet, um Platz zu schaffen für eine Wiesenansaat, die die Biodiversität am Standort steigern soll. Bodensubstrat wird ausgetauscht, ein Weg gepflastert und Bänke zum Verweilen installiert.

„Bald summt und brummt es hier“ versprechen Schilder in den Beeten. Das Versprechen wird eingelöst, aber nach der Blüte sieht die Fläche zunehmend struppig aus, nicht zuletzt, weil viele Hundebesitzer ihre Tiere frei durch die Fläche stromern lassen, die Hinterlassenschaften nicht entfernen oder den Bewuchs zertreten. Die entlang der Fläche aufgestellten Papiercontainer und ein Altkleidercontainer verursachen weitere Vermüllungen, so dass der Zustand der Fläche zu vielfachen Beschwerden, Eingaben und Vor-Ort-Terminen führt.

Scheinbar ist der Nutzungsdruck auf diese Fläche mit dem Wunsch nach mehr Biodiversität durch kleine Trittstein-Biotope wie an der Rheinbabenstraße nicht vereinbar. Der gefundene Kompromiss mit einer teilweisen Aufforstung mit wintergrünen Bäumen und Großstrauchrosen wird zu beobachten sein.

Rund um den Lessingplatz

Rein mit den Stauden, raus aus den Stauden

Durchgewachsene, lückenhafte Hecken und ein leerer Baumstandort, der auch nicht mehr bepflanzt werden sollte, kennzeichneten die nördliche Seite der Sonnenstraße an der Einmündung zur Hüttenstraße. Vier Anwohnerinnen fanden die Situation verbesserungswürdig und schufen an einem Wochenende im April ’22 die Voraussetzungen für eine Neubepflanzung. Mit vereinten Kräften wurde der voll sonnige Standort dann in nur wenigen Stunden mit einer steppenartigen Staudenmischung aus Sedumarten, Gaura, Salbei, Blauraute, Schafgarbe, Bergminze, Astern, Fenchel u.ä. bepflanzt. Die notwendige Bewässerung hatte dankenswerterweise der Kioskbetreiber vor Ort übernommen.

Als alles schön blühte, kam die Mitteilung, dass der Standort nun doch mit einem Baum versehen werden sollte. Das freute uns zwar, hieß aber: alles wieder raus! Zum Glück gibt’s rund um den Lessingplatz genug bewirtschaftete Baumscheiben und Beete, die die sonnenliebenden Stauden aufnehmen konnten.

Eine optische Verschönerung – noch ganz ohne Grün – ist auch an der Oberbilker Allee gelungen. An der Querung der Volksgartenstraße hat sich ein häßlicher Stromkasten in einen schönen Eisvogel verwandelt. Dank des Einsatzes von Michaela und der Grafitto-Künstlerin Anne Lilly Lippert genießen die Cafébesucher jetzt ein Stück gemalte Natur.

Matthias-Erzberger-Straße

Unsere Garather Gewächse

Auch der Sommer 2020 war wieder heiß und trocken. Deshalb sah es in dem Beet vor dem SOS Kinderdorf- Gebäude auch etwas struppig aus. Allein die Yucca fühlte sich im wüstenähnlichen Klima sichtlich wohl. Für Catharina, unsere Kollegin, die seit kurzem in Garath wohnt, war dies der Anlass, mit der Verwaltung Kontakt aufzunehmen und für eine alternative, trockenheitsverträgliche Bepflanzung zu werben.

Man war sich schnell handelseinig und nur wenige Wochen später wurden die beiden Flächen von Mitarbeitern des Kinderdorfes und von platzgrün! hergerichtet und 14 Tage später bepflanzt. Obwohl die Yucca nicht unserer Idee von einer naturnahen Bepflanzung mit heimischen Stauden entspricht, haben wir sie aufgrund ihrer Standorteignung in die Planung integriert. Sie bleibt die Königin im Beet.

Alter Bilker Friedhof

Ein Glücksfall: Die Staudenfreunde vom KGV Bilk 1989

Eine ungewöhnliche Idee hat der Kleingartenverein Bilk in die Tat umgesetzt. Der Fußweg durch die Kleingartenanlage zum Sternwartepark ist mit einer klimaangepassten, außerordentlich dekorativen Randbepflanzung versehen worden. In einer kräftezehrenden Aktion wurde der alte Bewuchs von einzelnen Pächtern entfernt und durch eine ganzjährig attraktive Staudenpflanzung ersetzt. Eine kleine Informationstafel klärt darüber auf, was in diesem beständig summenden Blumen- und Gräsermeer zu sehen ist. Die große Resonanz durch die Passanten hat dazu geführt, dass weitere Wegemeter in Angriff genommen wurden.

Mitte März 2020 startete die 2. Phase der Bepflanzung, die von platzgrün! mitfinanziert ist. Martin Holler, der für die Pflanzplanung verantwortlich ist, unterstützt uns seitdem bei allen Projekten im Stadtteil. Und weil seine Beete so schön sind, werden es stetig mehr. Das „gute Beispiel“ inspiriert….

Tonhallengeschichten

SymphonikerInnen aktiv im Klimaschutz

„Orchester im Wandel“ – unter diesem Motto entwickeln die Düsseldorfer Symphoniker Ideen für eigene Beiträge zum Klimaschutz. Die Anlage insektenfreundlicher, trockenresistenter Staudenbeete im bisher eher langweiligen Grün vor der Tonhalle ist eine davon und Gartenamt und platzgrün! haben sie gerne aufgegriffen. Auf den leicht geschwungenen Beetflächen tummeln sich nun mehr als 60 unterschiedliche Staudenarten, die bald ein buntes und ausdrucksstarkes Bild liefern, obwohl die Kaninchen uns immer mal wieder einen Strich durch die Rechnung machen. Einige dieser Stauden schmecken einfach zu gut.  Bevor die mit viel Einsatz der MusikerInnen gewässerten und gejäteten Beete in den Winterschlaf  gehen, rodet das Gartenamt noch den Eingangsbereich zur Straßenbahnunterführung und pflanzt eine Hecke aus Mozartrosen. Jetzt  freuen wir uns aufs Frühjahr!

Vor der Bücherei in Unterrath

Die Wiederentdeckung einer Skulptur

Vor der Bücherei in Unterrath existiert eine kleine Grünanlage mit zwei großen, wuchernden Beeten im Eingangsbereich. Der wenig schöne Anblick rief eine Anwohnerin auf den Plan, der die Skulptur in einem der beiden Beete so sehr gefiel, dass sie Hand anlegte. Die ‚Große Sitzende‘ der Bildhauerin Hannelore Köhler wurde behutsam freigelegt und zwei Beete neu bepflanzt. Seitdem pflegen Betti und ihren Mitstreiterinnen die kleinen Visitenkarten der Stadtteilbücherei.

Halskestraße, andere Seite

Da geht noch was…

Das dachten sich auch die Anwohner auf der „geraden“ Seite der Halskestraße. Nach dem fulminanten Straßenfest am 19. Juni fieberten einige schon der nächsten Aktion entgegen.

Eine Entsiegelung sollte es sein. So einladend wie auf der gegenüberliegenden Seite sollte auch die Baumscheibe vor der Nummer 10 gestaltet werden. Nach Rücksprache mit der Stadt wurde beherzt entsiegelt und der Boden ein wenig verbessert. Knapp 14 Tage später haben Stauden und Blumenzwiebeln ihren Platz gefunden. Jetzt heißt es Warten auf’s Frühjahr…

Halskestraße, Bilk

Unser größtes Nachbarschaftsprojekt

Als Silvia, Bewohnerin der Halskestraße Nr.1, uns kontaktierte, war nicht abzusehen, welche Dimension das Projekt innerhalb kurzer Zeit annehmen sollte. Die Baumscheibe vor ihrem Haus fristete ein etwas kümmerliches Dasein, trotz einiger Bemühungen der Anwohner, dort etwas zum Blühen zu bringen. Martin Holler hatte schnell einige Ideen für die Bepflanzung und schon beim Jäten des Unkrauts fiel auf, dass sich auch andere Anwohner sehr interessiert zeigten.

Nachdem die erste Fläche hergerichtet und bepflanzt war, standen die Bewohner von Nr. 3, 5, 7, 9, 11 und 13 schon bereit, um die Flächen vor ihren Häusern ebenfalls in blühende Beete zu verwandeln. Es waren einige sommerliche Abende mit schweißtreibender Arbeit nötig, um die mit Bauschutt versetzten Beete bepflanzen zu können. Heute hat die Halskestraße nicht nur ihr Gesicht verändert, sondern auch noch kleine, naturnahe Satelliten in den umliegenden Straßen.

An der Bilker Kirche

Frisch entsiegelt: Der „Platz für gutes Leben“

Unter diesem Motto hatte der Lorettoviertelverein 2020 begonnen, die Verkehrsflächen vor der Bilker Kirche zum Raum für urbanes, gutes Leben umzufunktionieren.

War es am erste Aktionstag noch Rollrasen, auf dem sich viele Wünsche der Bilker manifestierten, wurde 2021 ernsthaft Hand angelegt und ein Teil der Verkehrsinsel entsiegelt. Mit viel Engagement entstand an einem Wochenende im August ein erstes blühendes Zeichen des Wandels. Gepflanzt wurden trockenverträgliche Stauden und Gräser. Als Verdunstungsschutz wurde im nächsten Frühjahr eine mineralische Mulchdecke aufgebracht.

Sonnenstraße, Oberbilk

Das „gute Beispiel“ soll Schule machen

Nicht weit von der Halskestraße entfernt und inspiriert von der dortigen Bepflanzung machten sich im Sommer 2020 einige Anwohner auf, ein etwa 35 qm großes Beet in der Nähe der Apollinariskirche vom Grasbewuchs zu befreien und mit unserer Hilfe neu zu gestalten. Martin Holler erstellte den Pflanzplan und setzte ihn gemeinsam mit den Anwohnern an einem Wochenende um. Das Ergebnis ist so überzeugend, dass aus vielen an den Lessingplatz angrenzenden Straßen interessierte BürgerInnen anfragen, ob sie auch ein wenig Unterstützung bekommen können.

Sie können, denn es ist uns ein Anliegen, dem ursprünglich sehr aufwendig gestalteten Lessingplatz und seinen Anliegerstraßen wieder eine größere Aufenthaltsqualität zu geben. Ziel ist, ökologisch wertvollere und unaufwendig zu pflegende Trittsteinbiotope zu schaffen, die das Auge erfreuen und andere zum Mitmachen anregen.

Sonnenstraße, Oberbilk (siehe oben)

Ein Zwillingsbeet sucht PatInnen

Direkt neben dem neu gestalteten Beet in der Sonnenstraße liegt eine vergleichbar große Fläche im Windschatten mehrerer Papier- und Kleidercontainer, die – stark vermüllt – keinen schönen Anblick bieten. Überhaupt hat das Areal rund um den Lessingplatz schon bessere Zeiten gesehen. Alle straßenbegleitenden Beete haben im Rahmen der „Entente Florale“ 2007 eine aufwändige Backsteineinfassung und eine zukunftsweisende Bepflanzung erhalten. Geblieben sind allein die schönen Einfassungen, das Grün ist ist nach vielen „Kugelschnitten“ durch Pflegefirmen degeneriert und wenig ansehnlich. Vereinzelte Kahlschläge, die Drogenverstecke und Drogenkonsum verhindern sollten, haben die Aufenthaltsqualität des Platzes weiter verschlechtert. Für einige Anwohner ist das Anlass gegenzusteuern.

Nachdem mit Unterstützung des Gartenamtes die Container am Standort Sonnenstraße versetzt werden konnten, bietet sich jetzt ein ganz neues Bild mit guten Voraussetzungen für eine neue, naturnahe Gestaltung. Wer sich an dem nebenan bereits kultivierten Beet erfreut und ein wenig Zeit und Leidenschaft fürs Gärtnern mitbringt, ist herzlich eingeladen, bei der Umsetzung mitzuwirken.

Tannenhofweg, Vennhausen

„Äktschn“ an der Düssel

Zwischen Gerresheim und Vennhausen wurde die Düssel aufwändig renaturiert. Damit sich das Biotop ungestört entwickeln kann, sammeln einige Anwohner freiwillig den Müll entlang der Uferlinie und haben ein Auge auf Flora und Fauna. Ein Kindergarten in idyllischer Lage schafft Naturerlebnisse für die Kleinsten und durch das Engagement von Ulrike, Birgit, Anna und Ute sind zwei große Hochbeete an den Tannenhofweg gezogen.

Seit dem Sommer ’21 gibt es nicht nur einen gedeckten Tisch für die tierischen Besucher der Düssel, sondern auch ein frisches Kräuter- und Gemüseangebot für Spaziergänger. Neu im Programm sind Wildkräuterführungen entlang der Düssel, die sich großer Beliebtheit erfreuen.

„Beet-Kunst“

Eine besondere Aktion gab es im Jahr 2021. Der Künstler Luca Kohlmetz hat das Beuys-Jahr genutzt, um seine soziale Plastik „Common Seeds“ zu entwickeln.

Mit dem Bau von Hochbeeten und der Verteilung von Saatgut an interessierte Gruppen hat er seine Vision von 1 Mio. Pflanzen für Düsseldorf innerhalb eines Jahres in die Tat umgesetzt. „platz-grün!“ hat die Aktion unterstützt und sichert die nachhaltige Nutzung der Hochbeete.

Tipps für die Pflege der Beete

 

 

 

Drei Tipps für die Pflege der Beete

Regelmäßig gießen

Gerade in den heißen Sommermonaten ist die Bewässerung der Pflanzen in den Hochbeeten zwingend erforderlich!

Vom Müll befreien

Beete im öffentlichen Raum sind ungeschützt und leiden oft unter Weggeworfenem. Hier helfen nur regelmäßige Aufräumaktionen.

Suchen Sie Mitpaten!

Die Pflege ist für eine
Person oft zu aufwändig – suchen Sie sich engagierte Mitpaten!

Drei Gründe
sich bei platzgrün! zu engagieren:

Grund 1

Düsseldorf ist
meine Stadt

deshalb übernehme ich Verantwortung und packe selbst an.

Grund 2

Mein Viertel
ist mir wichtig

Ich wünsche mir eine lebendige, grüne Nachbarschaft.

Grund 3

Gutes tun und
Spaß haben

Gemeinsam macht alles mehr Spaß – vor allem wenn man Sinnvolles tut.

Ein besonderen Dank
an unseren Partner

PSD-Bank
Pro Düsseldorf Logoplatzgrün!
Eine Initiative des Pro Düsseldorf e.V.
Dr. Susanne Dickel
Rochusstraße 34
40479 Düsseldorf

Telefon 0211 466 161
E-Mail platzgruen@pro-duesseldorf.de
Web www.pro-duesseldorf.de

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